bei den IATMUEL

Am Sepik beginnt unsere nächste Begegnung mit einem weiteren Papua Volk, den Iatmül.


er hat bereits auf uns gewartet, die Buschtrommeln haben im lange zuvor signalisiert, dass wir im Anmarsch sind


auf einen Einbaum wird unser ganzes Gepäck verladen , und wir dazu


Landschaft am Sepik


es ist auch am Sepik immer wieder Markttag


natürlch gibt's hier getrockneten Fisch zu kaufen


abseits der Dörfer beginnt gleich der Dschungel


eine Sago Palme wurde gefällt


das Sago Mark wird mit Wasser ausgewaschen


unterwegs im Busch, noch mit Rauchpause


die Frauen fischen in Einbäumen und mit Reusen


eine eher beschwerliche Arbeit, immer umgeben von hungrigen Krokodilen


Heimkehr vom Fischfang


der Arbeitstag ist noch nicht zu Ende, nun kommt die Hausarbeit . .


 . .. Fischerin mit Netz


 . . während die Männer nichts tun, wenn nicht gerade "Feindseligkeiten mit Nachbarn" anstehen. Die Narben am Körper des jungen Mannes stammen aber nicht von Stammesfehden, es sind die Initiationsnarben, welche den Biss eines Krokodils symbolisieren.


Plauderstündchen der jungen Männer des Dorfes


ein neues Wohnhaus entsteht


eine ganz junge Familie


die typische Kochschale am Sepik


ältere Frau in ihrer Küche


abends unterwegs mit Kind und "Bilum"


das Huhn wartet auf seine letzte Stunde


ein neues Boot entsteht


Töpferin in Aibom


am letzten Tag unseres Aufenthaltes ist Markt, speziell für uns. Die Frauen verkaufen ihre selbstgefertigten Netze


und die Männer Schnitzereien aus eigenen Produktion

An einem Morgen verlassen wir Mendi im zweimotorigen Flugzeug und nach einem Zwischenstopp in Mt.Hagen  gehts nach Wewak. Es ist  ein atemberaubend schöner Flug. Nach Mt. Hagen müssen wir Höhe gewinnen um ein Gebirge zu queren, dann breitet sich vor uns eine wunderbare Landschaft aus. Unendliche Wälder, kaum bewohnt, doch zwischendurch kleine gerodete Plätze welche doch von Leben und menschlichen Siedlungen zeugen. Langsam werden die Flussläufe immer breiter bis wir dann schlussendlich die "braune Schlange" Sepik unter uns erblicken. Viele kleine Flüsschen speisen den grossen Fluss. In Wewak, ein Ort am mehr, traumhaft unberührt, nur Sand und Wasser. Wir geniessen das Wasser, ein ausgiebiges Bad bei 28 Grad, aber nach 1 Woche Hochlandkann eine gründliche Wäsche nicht schaden. Am nächsten Morgen fahren wir mit einem Lastwagen samt Gepäck 4 Stunden auf dem Highway, welcher zwar eine Schotterpiste ist zum Sepik. Wir sind erstaunt, dass am Flussufer bereits die Boote auf uns warten - wie können sie von unserer Ankunft wissen?
 Das Gepäck wird nun umgeladen, Wir quetschen uns zwischen Rucksäcken in den Einbaum und los geht’s, flussabwärts, mit Unterstützung eines Aussenbordmotors auf dem doch eher trägen Fluss. Bald  wird es Abend, die Sonne taucht im Feuerschein hinter den Wolken ab, spiegelt sich aber noch eine Weile im Fluss. Wesentlich länger denn im Hochland dauert die Dämmerung. Die letzten Kanus von Fischern ziehen an uns vorbei. Zeitweise versperren uns Grasbüschel den Weg, sie sind wie kleine Inseln, immer wieder muss der Motor von Gras gereinigt werden und zwischendurch verhädert sich die Schraube des Motors im Treibgut. Es wird finster, Blitze zucken durch  die Nacht. Stockdunkel ist es nun, wir erblicken die ersten Lampen des kleinen Dorfes Yentschan. Es werden immer mehr Lichter, ein Geschrei herbeieilender Kinder setzt ein, das ganze Dorf kommt ans Ufer gelaufen und ehe wir uns versehen ist auch schon das ganze Gepäck ausgeladen. Wie Ameisen tragen die Kinder unsere Rucksäcke zum Männerhaus. Die Begrüssung ist unwahrscheinlich herzlich - vor allem Jürg, der 2 Jahre hier gelebt hat, wird gefeiert. Wir stellen uns alle vor, jeder von uns wird einem persönlichen Betreuer zugewiesen, Händeschütteln und schon bald gibt’s vom offenen Feuer heissen Tee und dann Spaghetti. Während dem Nachtessen rätseln wir über die vielen Kultobjekt im Männerhaus, rätseln wie die Gastgeber von unserer Ankunftszeit gewusst habe, -gibt es doch kein Telefon oder ähnliches - oder doch? Vermutlich sind die riesigen Buschtrommeln des Rätsels Lösung.  Wenn die Trommeln geschlagen werden vernimmt man einen extrem tiefen Ton, welcher sehr weit zu hören ist. Wir wissen ja, dass Elefanten sich durch niederfrequente Töne über weite Strecken verständigen, so sind wohl auch die Buschtrommeln für die Kommunikation zwischen den Dörfern zuständig.
Während die Gruppe Mittagsschlaf hält kann ich ungestört das erste Mal die Umgebung des Männerhauses erkunden. Einige der Männer verschlafen die heisse Mittagszeit auf ihren Pritschen, andere gehen zum Bade im Fluss und wieder andere gehen zu ihren Familien. Das Männerhaus steht zwischen Palmreihen, an jeder Stirnseite zusammen- kommend setzen sie dem Platz die Grenzen. Frauen haben auf dem ganzen Platz und im Männerhaus keinen Zutritt. Das Verbot ist absolut - und ich sehe auch während meines Aufenthaltes niemals ein weibliches Wesen innerhalb dieser Grenzen. Die Frauenhäuser, Ställe und Scheunen stehen verteilt im Hintergrund.
Im Männerhaus stehen viele Trommeln, in Form von bauchigen Krokodilen. Eine Trommel wurde bereits geschlagen um unsere Ankunft zu verkünden und allen Bewohnern des Dorfes mitzuteilen uns gegenüber hilfsbereit zu sein.  In der Mitte des Hauses, welches mit Schilf überdacht ist, befindet sich der Mittelträger, ein dicker Baumstamm, daneben der Heilige Stuhl, am anderen Ende des Hauses ist die Feuerstelle. Die Pritschen der Männer sind nahe den Aussenwänden welche durch einen hängenden Grasvorhang von Hitze und eventuellen Blicken der Frauen abgeschirmt sind.

Wir werden ermahnt uns unter keinen Umständen auf den Heiligen Stuhl zu setzen. Niemals darf sich jemand auf diesen Stuhl setzen, nicht einmal die ranghöchsten Männer des Dorfes, denn auf diesem Stuhl sitzen die Ahnen. Bei wichtigen Beschlüssen und Versprechen wird ein Grasbündel daraufgelegt welcher die Wahrheit des Gesprochenen vor den Ahnen bezeugt und im Falle einer Lüge immer wieder durch Tod oder schwere Krankheit den Clan des Lügners bestraft.

Am Abend sitzen wir nach dem Essen alle zusammen. Die Männer erzählen Geschichten - wie könnte es anders sein - von Krokodilen. So wurde unlängst ein Mann, der kurz aus dem Motorboot ausstieg, von einem Krokodil angefallen, welches selbstverständlich von einem anderen Stamm verzaubert war und deshalb nicht gesehen wurde. Der Mann wurde aus dem Wasser zurück ins Boot geworfen, was zwar gegen die Natur des Krokodilverhaltens ist, aber das kann ja nur die Tatsache des Zaubers bekräften. Die Geschichten sind für mich nicht einfach zu verstehen, denn sie sind stark von Religion, Glauben und Mythologie durchsetzt. Man erzählt sich die Geschichten immer über Umwege, niemals direkt, Magie und Zauber ist immer mit dabei. Übrigens, in Wirklichkeit ist der junge Mann in die Schraube des Aussenbordmotors gekommen.

die Baströckchen werden diesmal nicht gebraucht und bleiben hängen